Olymp. Spiele - Einzelbewerb
Die Olympischen Spiele in Peking
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Robert Gardos, Österreichs Überraschungsmann im TT-Team-Bewerb, mußte heute in der ersten Runde des Einzel-Bewerbes gegen den Nord-Koreaner Ri Chol Guk über die volle Distanz gehen um am Ende nach einem wahren Kraftakt mit 4:3 (-6,-8,-9,9,1,5,9) siegreich zu blieben.
Gardos, mit Siegen über Kreanga, Kan Yo und Olympiasieger Ryu Seung Min maßgeblich am 4.Platz der Mannschaft beteiligt, konnte zu Beginn nicht an die bislang gezeigten Leistungen anschließen, vorallem mit seinem Paradeschlag, dem Rückhand-Topspin unterliefen ihm immer wieder unerzwungene Fehler. Die ersten drei Sätze gingen rasch verloren, bei 0:3 in Sätzen und 7:9 sah der Österreicher bereits wie der sichere Verlierer aus. Aber Gardos zeigte einmal mehr seinen unbändigen Kampfgeist und Siegeswillen und konnte den diesen Satz doch noch mit 11:9 für sich verbuchen. Nach diesem Satzgewinn kam Gardos richtig in Fahrt, mit 11:1 und 11:5 schaffte er im Eiltempo den Satzausgleich.
Und auch in den Entscheidungssatz startete Gardos besser und führte 8:5. Doch plötzlich riß wieder der Faden und er sah sich einem 8:9 in Rückstand gegenüber. Wieder nur zwei Punkte vom Ausscheiden entfernt packte er aber seine besten Schläge aus, bei 9:9 konnte er zum entscheidenden 11:9 ausservieren.
Erfolgslauf von Gardos gestoppt
Nach seiner beeindruckenden Vorstellung im Team-Bewerb und dem hartumkämpften Erstrundensieg gegen den Koreaner Ri mußte sich Robert Gardos in Runde zwei dem kroatischen Routiner Zoran Primorac (Nr.33 der Welt) mit 2:4 (-10,-8,6,-5,5,-9) geschlagen geben. Primorac, der das Spiel des Österreichers von zwei gemeinsamen Jahren beim SV Granada sehr gut kennt, konnte dabei das Service von Gardos hervorragend retounieren und damit dessen Angriffsfluss empfindlich stören.
Nach einem knappen 12:10 im ersten Satz agierte der 39-jährige Kroate in Folge wie entfesselte und brachte Gardos bei langen Gegentopspinduellen immen wieder zur Verzweiflung. Primorac, 1988 bereits Silber-Medaillengewinner bei Olympia im Doppel, zog in Satz zwei auf 5:0 davon, und obwohl sich Gardos noch auf 8:9 herankämpfte konnte der Kroate nach einem taktisch klugen Time-Out doch noch mit 11:8 die 2:0-Satzführung fixieren. In Durcngang drei erreichte der Österreicher dann "Betriebstemperatur" und konnte endlich auch bei längeren Ballwechel punkten, prompt konnte er mit 11:6 verkürzen. Nachdem Primorac Satz drei wieder klar dominieren konnte nahm Gardos im vierten Satz deutlich mehr Risiko und stellt mit 11:6 auf 2:3. In Satz sechs dann wahrscheinlich eine entscheidende Situation bei 7:9, als der Österreicher eine 100% Chance ausließ und einen Abschlag ins Netz schlug. Statt 8:9 hieß es 7:10 - drei Matchbälle für Primorac. Zwei konnte Gardos noch abwehren, den dritten verwertete der Kroate aber mit einem knallharten Rückhand-Topspin zum 4:2-Erfolg.
Chen Weixing locker weiter
Österreichs Abwehr-Ass Chen Weixing stieg in der 2.Runde ins Geschehen ein startete mit einem 4:1 (5,12,2,-8,10) über den Inder Achanta ins olympische Einzelturnier. Er tat sich dabei etwas schwerer als erwartet, in echte Bedrängnis kam er allerings nie.
Nummer eins der Welt zu stark für Chen Weixing
In der dritten Runde kam es dann allerdings knüppeldick für Chen, bescherte ihm die Auslosung doch den Weltranglisten-Ersten Wang Hao. Und wie schon im Teambewerb mußte Österreichs Defensivspezialist die Überlegenheit des Silbermedaillengewinners von Athen 2004 neidlos anerkennen und blieb abermals ohne Satzgewinn. Beim 4:0 (7,7,5,5) sah man eine wahre Machtdemonstration chinesischer Tischtennis-Kunst, die Angriffsschläge des 4-fachen Weltmeisters (3xTeam, 1xDoppel) prasselten nur so auf Chen nieder, Wang Hao dominierte nach Belieben.
Schlager nach Kampf im Achtelfinale
Im Duell mit dem in der Weltrangliste als 25. nur knapp hinter dem Österreicher liegenden Yoon Jae Young (Korea) konnte sich Werner Schlager nach einem harten Stück Arbeit knapp mit 4:3 (-10,8,-6,4,-9,6,8) durchsetzen. Im ersten Aufeinandertreffen der beiden konnte der Linkshänder aus Seoul immer wieder mit seiner starken Vorhand Druck erzeugen und den Österreicher in die Defensive drängen. Schlager wirkte darüberhinaus über weite Strecken zu verhalten und passiv und konnte sich am Ende erst Dank der größeren Routine durchsetzen.
Dabei hätte Schlager das Spiel aber durchaus schneller für sich entscheiden können, machte dem Koreaner aber bereits in Satz eins ein Riesengeschenk, als er sich eine komfortable 10:6-Führung aus der Hand nehmen ließ. In weiterer Folge wog das Spiel bis zum 2:2 hin und her, nach einem 11:9 für Yoon im fünften Durchgang stand der Österreicher aber mit dem Rücken zur Wand. Er konnte diesem Druck aber standhalten, mit einem sicheren 11:6 rettete er sich in den Entscheidungssatz. Dieser einmal mehr auf des Messers Schneide, vorallem über das eigene Service gelang es beiden immer wieder zu punkten. Bei 8:8 konnte sich Schlager dann aber bei eigenem Service zwei Matchbälle erkämpfen und den ersten zum hartumkämpften Arbeitssieg verwerten.
Schlager unterliegt bärenstarkem Wang Liqin
Wie schon Chen Weixing gegen Wang Hao mußte auch Werner Schlager im Achtelfinale die Überlegenheit des chinesischen Weltmeisters Wang Liqin anerkennen. Agierte der Österreicher in den ersten beiden Sätzen noch zu überhastet und fehleranfällig,steigerte er sich in weiterer Folge deutlich. Aber was immer Schlager auch versuchte, der 30-jährige TT-Titan aus Shanghai wußte eine passende Antwort. Vorallem in Satz drei zeigte der Österreicher über weite Strecken phantastische Schläge, Wang Liqin schien jedoch unverwundbar wie die chinesische Mauer. Als er bei 8:8 beide Punkte beim Aufschlag Schlagers gewinnen konnte und auf 3:0 davonzog, war der Widerstand des Österreichers gebrochen. In Satz vier wieder eine Demonstration von Wang Liqin, der mit 4:0 (6,4,8,2) souverän ins Viertelfinale einzog.
Galt Wang Liqin nach einigen überraschenden Niederlagen im Vorfeld der olympischen Spielen als vermeintlicher "chinesischer Wackelkanditat", war heute davon nicht zu spüren. wie schon über das gesamte Turnier hinweg agierte sowohl mit Vorhand als auch Rückhand bei höchstem Tempo bombensicher.
DAMEN
Li Qiangbing ebenfalls erfolgreich
Auch im zweiten Spiel des Tages mit österreichischer Beteiligung gab es ein Erfolgserlebnis. Froschberg-Girl Li Qiangbing konnte sich gegen die für Italien startende Wenling Tan-Monfardini in sechs Sätzen mt 4:2 (-8,7,8,-8,5,4) durchsetzen und in die dritte Runde einziehen. hier kommt es zum Aufeinandertreffen mit der Deutschen Wu Jiaduo (Mittwoch, 14.00 Uhr). Enttäuschung für Liu Jia
Bereits in ihrem ersten Antreten beim olympischen Einzelturnier mußte Österreichs Nummer eins Liu Jia eine 1:4-Niederlage (-5,-8,9,-10,-3) einstecken. Gegen das defensive Spielsystem der Niederländerin Li Jie mit sehr variantenreichem Schnitt fand "Susi" kein Mittel und macht immer wieder Fehler auf den Schnittwechsel ihrer Gegnerin. Li Jie, die Nummer 45 der Welt, agierte wie eine Gummiwand und nutze ihrerseits immer wieder die Möglichkeit zu überraschenden Punktschlägen mit der Vorhand. Nach einem raschen 0:2 konnte Li Jia zwar noch einmal verkürzen, ein vergebene Chance zum Satzausgleich brachte sie aber endgültig auf die Verliererstraße. In Satz fünf konnte sie überhaupt nicht mehr entgegen halten und das überraschende Out hinnehmen.
Li Qiangbing mit Nerven aus Drahtseil
Einen kaum für möglich gehaltenen Kraftakt zeigte Li Qiangbing in der dritten Runde. Gegen die für Deutschland spielende Wu Jiaduo, als Nummer 16 der Setzliste fix in der Runde der letzten 32, lag die Oberösterreicherin bereits 2:3 zurück, schaffte den Satzausgleich, lag aber dann im Entscheidungssatz weit zurück. 3:7 und 5:9 lauteten die wenig Erfolg verheißenden Zwischenstände im 7.Satz, das Aus schien nahe. Bei 5:9 konnte sie Wu allerdings beide Servicepunkte abnehmen und lieferte bei 7:9 ihr taktisches Meisterstück. Mit zwei völlig neuen Servicevarianten schaffte sie den Ausgleich und brachte damit das Nervenkostüm der Deutschen gehörig ins Wanken. Obwohl mit eigenem Service, gelang ihr kein Punktgewinn mehr - mit 11:9 im letzten Satz zog Bing doch noch ins Achtelfinale ein.
Li Qiangbing scheitert im Tischtennis-Achtelfinale
Nach dem frühern Aus von Liu Jia mußte sich mit Li Qiangbing heute die letzte Österreicherin aus dem olympischen TT-Turnier verabschiedet. Setzte es gegen die Weltranglisten-10. Tie Yana aus Hongkong heuer bei der Team-WM in China in zwei klare Niederlagen, konnte die Oberösterreicherin heute bei der Sensation anklopfen. Bei 1:1 in Sätzen führte sie ihre Gegnerin in Satz drei mit 11:2 regelrecht vor, mußte allerdings postwendend mit dem gleichen Resultat den Ausgleich hinnehmen. Ab diesem Zeitpunkt agierte die als Nummer sieben gesetzte Tie Yana immer sichere und hatte bei längeren Ballwechsel öfter das bessere Ende für sich. Bei 3:2 und 6:3 für die Hongkong-Chinesin gab Bing noch einmal alles und konnte sich mit 11:8 in den Entscheidungssatz retten. Erst hier setzte sich dann die größere Routine der 5-fachen PRO-TOUR-Siegerin Tie Yana durch, sie zog von Anfang an davon sicherte sich mit 11:3 den hartumkämpften 7-Satz-Sieg.
1.Rd.: Robert Gardos - Ri Chol Guk (PRK) 4:3 (-6,-8,-9,9,1,5,9)
Werner Schlager - Freilos
Chen Weixing - Freilos
2.Rd.: Chen Weixing - Sharath Kamal Achanta (IND) 4:1 (5,12,2,-8,10)
Robert Gardos - Zoran Primorac (HRV) 2:4 (-10,-8,6,-5,5,-9)
Werner Schlager - Freilos
3.Rd.: Werner Schlager - Yoon Jae Young (KOR) 4:3 (-10,8,-6,4,-9,6,8)
Chen Weixing - Wang Hao (CHN) 0:4 (-7,-7,-5,-5)
Achtelfinale: Werner Schlager - Wang Liqin (CHN/3) 0:4 (-6,-4,-8,-2)
Damen-Einzel 1.Rd.: Liu Jia - Freilos
Li Qiangbing - Freilos
2.Rd.: Li Qiangbing - Wenling Tan Monfardini (ITA) 4:2 (-8,7,8,-8,5,4)
Liu Jia - Freilos
3.Rd.: Liu Jia - Li Jie (NED) 1:4 (-5,-8,9,-10,-3)
Li Qiangbing - Wu Jiaduo (GER) 4:3 (9,-10,-6,8,-3,9,9)
Achtelfinale : Li Qiangbing - Tie Yana (HKG) 3:4 (-9,9,2,-2,-9,8,-3)
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