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Alle Österreicher erreichen dritte Runde !!!

Mit einem planmäßigen 4:2-Auftaktsieg gegen die Weißrussin Alexandra Privalova startete Österreichs Damen-Nummer-1 Liu Jia in den olympischen Tischtennisbewerb. Der Sechssatz-Erfolg gegen die 24-jährige aus Minsk war in jedem Fall hart erarbeitet. Nach dem Verlust des ersten Satzes konnte die liebevoll "Susi" genannte Oberösterreicherin die nächsten drei Durchgänge für sich entscheiden. In Satz vier hatte sie dabei allerdings eine heikle Situation zu überstehen. Nach 7:3-Führung sah sie sich plötzlich bei 9:10 einem Satzball gegenüber, konnte mit 12:10 aber doch noch auf 3:1 stellen. Nach dem Privalova noch einmal verkürzen konnte, zog Liu Jia in Satz sechs von Anfang an davon und fixierte mit 11:5 den Aufstieg. 

Nach dem Erfolg von Liu Jia am Samstag Abend zog mit Li Qiangbing Sonntag vormittag auch Österreichs zweite Starterin in die Runde der letzten 32 ein. Die für den SVS Ströck spielende Li setzte sich nach nervösem Beginn gegen Zhang Mo (Kanada) in fünf Sätzen mit 4:1 durch. Satz holte die Österreicherin nach 7:9-Rückstand mit 11:9, mit demselbern Ergebnis gelang der Kanadierin der Ausgleich. Ein klares 11:2 sorgte für die neuerliche rot-weiß-rote Führung. Eine Vorentscheidung fiel in Satz vier. Li Qiangbing führte klar mit 9:3, mit fünf Punktgewinnen in Folge kam Zhang Mo bis auf einen Punkt heran. Die 27-jährige Österreicherin nahm in dieser brenzligen Situation ein taktisch kluges Time-Out. Mit einem direkten Gewinnpunkt mit dem Service erspielte sie zwei Satzbälle, mit 11:9 holte sie die 3:1-Führung. Satz fünf verlief zwar ausgeglichen, wirklich in Bedrängnis kam die Österreicherin dabei aber nicht. Bereits ihren ersten Matchball verwertete sie zum Einzug in die dritte Runde.

Schweres Los
 
Beide Österreicherinnen müssen heute noch zu ihrem Drittrundenspiel an die Platte und treffen dabei auf weiter höher eingestufte Spielerinnen. Liu trifft auf die als Nummer drei gesetzte Koreanerin Kim Kyung Ah, die aktuelle Nummer 5 der Weltrangliste. Die Koreanerin gilt als weltbeste Verteidigerin. Nicht leichter hat es Li Qiangbing erwischt. Sie trifft auf die als Nummer vier gesetzte Japanerin Kasumi Ishikawa, im Ranking als Nummer 6 nur einen Platz hinter der Koreanerin.
 
Ein Auftakt nach Maß gelang Chen Weixing. Gegen den Ukrainer Oleksandr Didukh nahm der Österreicher vom ersten Ballwechel an das Heft in die Hand und dominierte nach Belieben. Satz eins war mit 11:7 noch einigermaßen offen, mit 11:5 und 11:6 stand es rasch 3:0. In Durchgang vier ließ Chen bei 6:2 die Zügel ein wenig schleifen und den Ukrainer bis auf 7:6 herankommen. Mit 11:7 bestand aber auch in diesem Satz keine ernste Gefahr, der Austro-Cinese kam in Summe mit 4:0 sehr kräfteschonend in die Runde der besten 32. Hier wartet morgen Montag vormittag die französische Nummer eins, der in der Weltrangliste als 26 sechs Plätze vor dem Österreicher liegende Adrien Mattenet. Eine schwierige, aber bei guter Form machbare Aufgabe.
 
Mit einem über den Italiener Mihai Bobocica komplettierte Österreichs Tischtennis-Weltmeister von 2003 das ÖTTV-Quartett in der 3. Runde der olympischen Einzelbewerbe. Nach drei ÖTTV-Siegen durch Liu Jia, Li Qiangbing und Chen Weixing wollte Ex-Weltmeister Werner Schlager bei seiner fünften Olympiateilnahme natürlich nicht nachstehen und sorgte durch ein 4:2 über den Italiener Mihai Bobocica für den vierten österreichischen Sieg in London.
 
Den Eröffnungssatz musste der 39-jährige nach Satzball mit 12:10 abgeben, ein 11:9 in Durchgang zwei sorgte aber für den Gleichstand. Der 25-jährige Italiener - seit über einem Jahr in Schwechat wohnhaft und ständiges Mitglied der internationalen Trainingsgruppe in der Werner Schlager Academy (!) - ging mit 11:5 zwar neuerlich in Führung, mit 11:8 konnte der zweifache Vater aus Wr.Neustadt aber postwendend ausgleichen. In Durchgang fünf konne Schlager erstmals in Führung gehen. Nach Blitzstart zum 6:2 und 9:5 kämpfte sich Bobocica zwar heran, ein hauchdünnes 14:12 brachte aber das 3:2. Die Entscheidung fiel in typischem Schlager-Style. 4:9 lag der Österreicher in Satz sechs scheinbar hoffnungslos zurückzurück, kam auf 9:9, wehrte bei 9:10 einen Satzball ab um kurz darauf seinen ersten Matchball zum Auftsieg in die dritte Runde zu nutzen. Nach diesem hartumkämpften Sieg hat der Österreich nun morgen die Ehre, sich mit dem als Nummer zwei gesetzen Chinesen Wang Hao, Vize-Weltmeister von 2011 und Olympia-Zweiten von 2004 und 2008, zu messen. Österreich ist somit die einzige Nation, die vier Starter von der zweiten Runde in die Runde der letzten 32 brachte.
 
Für drei "Olympia-Oldies" war die zweite Runde kein gutes Pflaster. Jean-Michel Saive (BEL), Jörgen Persson (SWE) und Zoran Primorac (KRO) mussten bei ihren jeweils siebenten (!) Olympischen Spielen allesamt die Segel streichen.
  
 
Damen-Einzel:
 
2.Runde:
Liu Jia - Alexandra Privalova (BLR)   4:2 (-5,4,8,10,-10,5)
Li Qiangbing - Zhang Mo (CAN)        4:1 (9,-9,9,2,9)
 
3.Runde:
Liu Jia - Kim Kyung Ah (KOR/3)               Sonntag, 29.7., 20 Uhr
Li Qiangbing - Kasumi Ishikawa (JPN/4)   Sonntag, 29.7., 21 Uhr
 
Herren-Einzel:
 
2.Runde:
Chen Weixing - Oleksandr Didukh (UKR)    4:0 (7,5,6,7)
Werner Schlager - Mihai Bobocica (ITA)      4:2 (-10,9,-5,8,12,10)
 
3.Runde:
Chen Weixing - Adrien Mattenet (FRA/14)   Montag, 12 Uhr
Werner Schlager - Wang Hao (CHN/2)         Montag, 14 Uhr
 


29.07.2012 11:13

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