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ÖTTV trauert um Mr. Stockerau

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Das Tischtennis-Bundes- und Landesleistungszentrum Stockerau hätte es ohne Kurt Gierer nicht gegeben. Der Initiator dieser wichtigen Institution ist nun vor wenigen Tagen im 73. Lebensjahr in seiner Heimatstadt Stockerau verstorben.

Kurt Gierer war nie ein großer aktiver Spieler gewesen. Aber sein Durchsetzungsvermögen und seine organisatorischen Fähigkeiten prädestinierten ihn schon in jungen Jahren, als Funktionär tätig zu werden. Bei der Sportunion Stockerau fand er bereits in den 1960er-Jahren ein reiches Betätigungsfeld, brachte seinen Verein zu Landesmeisterehren und führte ihn konsequent zunächst in die Staatsliga B und dann in die Staatsliga A, wo 1979 auch der erste Mannschafts-Staatsmeistertitel nach Stockerau geholt werden konnte. Etwa um die gleiche Zeit entwickelte Kurt Gierer erste Skizzen zur Einrichtung eines Nachwuchs-Bundesleistungszentrums, die dann tatsächlich Mitte der 1980er-Jahre Realität wurden. Dazu holte er einen Mann als Trainer nach Österreich, der später als Bundestrainer Österreichs Tischtennis zu Weltgeltung verhelfen sollte - den Ungarn Ferenc Karsai.

Um ein solches Projekt ins Leben zu rufen, bedurfte es seiner ganzen Kraft, die er in die Überzeugungsarbeit bei den politischen Stellen des Bundes, des Landes Niederösterreich und der Stadt Stockerau investierte und die 1985 schließlich zur Eröffnung einer rund um die Uhr nutzbaren Tischtennishalle in der Alten Au, die heute als Stani-Fraczyk-Arena das Bundesleistungszentrum des österreichischen Herren-Nationalteams ist, führen sollte.

Der Finanzbeamte Kurt Gierer entschied sich bald dazu, seinen gutbürgerlichen Beruf zugunsten seines Lebenswerks an den Nagel zu hängen und Geschäftsführer eben dieses Tischtennis-LZ Stockerau zu werden.

1990 wurde Kurt Gierer zum Vizepräsidenten des NÖTTV bestellt und 1999, als Krönung seiner Funktionärskarriere, zum Präsidenten dieses Landesverbandes gewählt. Diese Funktion bekleidete er, ebenso wie jene des Vizepräsident des ÖTTV, bis 2006.

Seine Weggefährten wissen: Das Schicksal meinte es nicht immer gut mit Kurt Gierer. Zwar hatte er zu Beginn des neuen Jahrtausends zunächst beachtliche wirtschaftliche Erfolge mit einer von ihm gegründeten Bauprojekt- und Planungsfirma zu verzeichnen, aufgrund politischer Entwicklungen im Ausland und anderer misslicher Umstände geriet er jedoch in massive finanzielle Schwierigkeiten, die letztlich auch zu seinem Ausscheiden aus sämtlichen Sportfunktionen führten.

Kurt Gierer wird der Tischtennisgemeinde dennoch immer als Mann mit verwirklichten Visionen und vorbildlichen praktischen Fähigkeiten in Erinnerung bleiben.

 


ÖTTV trauert um Mr. Stockerau

03.04.2019 00:08

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