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Schlagers WM-Triumph heute im ORF

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Es war der 25. Mai 2003 – heute vor 17 Jahren und ein Tag für die Ewigkeit im österreichischen Tischtennis-Sport. Werner Schlager sorgte mit dem WM Titel für das „Wunder von Paris“, das es heute, Montag, auf ORF Sport+ ab 20:15 Uhr nochmals zu erleben gibt.

by Wolfgang Paulik
ÖTTV Presse

Schlager holte den ersten WM-Titel der Neuzeit nach Österreich und blieb nachdem er den zweiten Matchball verwandeln konnte, der bislang einzige nicht-chinesische Weltmeister des 21. Jahrhunderts. Er ließ den Schläger fallen, riss die Arme in die Höhe, Präsident Hans Friedinger – damals Sportdirektor – sank in die Knie und als Schlager am Boden lag kannte das Blitzlichtgewitter der Fotografen keine Grenzen mehr.

Dabei reiste Werner Schlager mit gemischten Gefühlen nach Paris. Bei den Europameisterschaften in Courmayeur knapp sechs Wochen zuvor lief es im Doppel zwar gut (Gold im Mixed, Bronze im Herrendoppel), im Einzel setzte es aber schon in Runde drei eine überraschende Niederlage gegen Philipp Gatien, gegen den der Österreicher zum damaligen Zeitpunkt als klarer Favorit galt. Die Auslosung war dann – zumindest für die ersten Runden – ganz ok, mit Siegen über Segun Toriola, Abwehr-Ästhet Koji Matsushita und Slobodan Grujic startete der als Nummer sechs gesetzte Österreicher auch souverän ins Turnier. Schon bei diesen Siegen zeigte sich, dass Werner in guter Verfassung war – sowohl spielerisch, als auch ganz besonders mental. Gegen Toriola holte er nach einem Fehlstart (4:11) die nächsten vier Sätze sicher, gegen Gummiwand Matsushita agierte er beim 4:0 vom ersten bis zum letzten Ball taktisch klug und mit einer unglaublichen Ruhe und Gelassenheit. Auch gegen Slobodan Grujic kamen beim 4:1 nie Zweifel auf.

Im Achtelfinale kam dann die erste wirklich große Herausforderung in Form des mehrfachen koreanischen Meisters Kim Taek Soo. Vom Vortag galt es bereits eine Enttäuschung zu verarbeiten, gab es an der Seite von Karl Jindrak gegen Wang Hao/Kong Linghui mit 2:4 das Viertelfinal-Aus. Die volle Konzentration galt jetzt dem Einzel! Wie gegen Toriola war Satz eins zwar im Eiltempo weg, Schlager steigerte sich aber von Ball zu Ball und blieb – unterstützt vom französischen Publikum – in sechs Sätzen siegreich. Erstmals kam das Gefühl auf, die Franzosen hatten in Schlager ihren neuen Liebling gefunden . . .

Das selbstgewählte Ziel „Viertelfinale“ war damit erreicht, nun baute sich mit Titelverteidiger Wang Liqin eine schier überlebensgroße Hürde aus. Nach zwei Sätzen stand es 1:1, mit 11:8 und 15:13 zog der große Favorit aber (fast) auf und davon. Das Match nahm den allseits erwarteten Verlauf. Mit 11:9 kam Werner zwar noch einmal heran, bei 6:10 in Durchgang sechs schien jedoch alles vorbei. Aber das Unerwartete, nicht für möglich gehaltene passierte! Der Österreicher wehrte alle vier Matchbälle ab und erzwang mit 13:11 einen Entscheidungssatz. Die 13.000 Zuschauer im Palais Omnisport verwandeln die Halle in ein Tollhaus! Und der große Chinese wirkte tatsächlich angeschlagen, schien verblüfft von der unerwarteten Gegenwehr. Der Niederösterreicher konnte diese Phase perfekt ausnutzen und schaffte das Unmögliche – mit 11:5 zwang er Wang Liqin in die Knie und sicherte sich die Medaille! Wie dominant Wang Liqin zu dieser Zeit war, zeigt ein Blick auf die WM-Bilanz. Nach seinem Sieg 2001 holte er 2005 und 2007 noch zweimal Einzelgold.

Jetzt hatte der damals 30-Jährige natürlich Lust auf mehr, die Medaille war gesichert, im Halbfinale gegen Kong Linghui konnte er locker drauf los spielen. Das Spiel des Olympiasiegers lag Schlager, der wie im Spielrausch mit 3:1 davonzog. Aber Kong blieb natürlich brandgefährlich, Schlager wusste dies, musste aber trotzdem den Ausgleich zulassen. Mit 7:3 gelang dem Niederösterreich der bessere Start in den letzten Satz, der Chinese kämpfte jedoch verbissen weiter, bei 8:8 war alles wieder offen. Erster Matchball Schlager bei 10:9 – zu viel riskiert, 10:10. Zweiter Matchball bei 11:10 – Kong wehrt mit einem Matchball ab. Dann 11:12 – aber mit einem phänomenalen Flippball gelang Schlager der Ausgleich. Kong schien ob dieser Kaltblütigkeit abgeschlagen, Werner war endgültig nicht mehr zu halten und holte die nächsten beiden Punkte. Sieg! Finale!

Weltmeister und Olympiasieger geschlagen – das Finale

Keine drei Stunden später ging es um alles! Der Grieche Kalinikos Kreanga – im Viertelfinale Sieger über den zweiten Österreicher in der Runde der besten acht Chen Weixing – musste sich im Halbfinale dem Koreaner Joo Se Huyk geschlagen geben. Im Spiel um Gold ging es daher gegen einen Abwehr-Künstler mit gefährlichem Vorhand-Angriff. Schlager, der mit seinen bisherigen Auftritten das Publikum vollends auf seine Seite ziehen konnte, hatte auch in diesem Spiel die Unterstützung der 13.000 auf seiner Seite. Taktisch gut eingestellt, versucht er einen anderen Weg zu gehen als die Spieler zuvor. Nur nicht versuchen ihn durchzuschießen! Doch der Start misslang. 0:3, 1:4, 5:8 …. erst bei 8:8 erstmals der Ausgleich, bei 10:9 lag Schlager erstmals voran und holt sofort den psychologisch wichtigen ersten Satz. Mit einem 11:6 in Satz zwei war die Hälfte des Weges absolviert. In Durchgang drei konnte der Koreaner seine Taktik aber erfolgreich umstellen und agiert mit der Vorhand deutlich offensiver. Die Folge war ein 11:6 – es stand nur mehr 2:1. Als in Durchgang vier bereits alles auf den Ausgleich hindeutete, lieferte der Österreicher bei 7:10 ein weiteres Husarenstück ab. Zunächst zwei Punkte mit der Rückhand, nach einem irren Ballwechsel das 10:10. Als Schlager 11:10 führte, überraschte er den Koreaner mit einer neuen Servicevariante – direkter Punkt zum 3:1! Nur mehr ein Satz …

Doch oftmals sind die letzten Schritte die schwersten – das sollte sich in diesem Spiel bestätigen. Coach Ferenc Karsai schwörte den Österreicher in der Satzpause noch einmal auf die Taktik ein, nur nicht zu viel zu riskieren. Aber es half nichts. 1:4, 3:8, mit einigen neuen Spielzügen kam Schlager aber wieder auf 8:9 heran. In der Euphorie wollte er aber zweimal zu viel und verschlug – 8:11.  In Durchgang sechs schien es zunächst zu passen. Nach 0:2 gelangen sechs Punktgewinne in Folge auf 6:2, der Sieg war endgültig zum Greifen nahe. Aber Joo gab nochmals alles, lag  plötzlich 9:7 voran. Sollte es wirklich einen Entscheidungssatz geben? Zunächst „half“ der Koreaner mit einem vermeidbaren Fehler, dann eine sensationelle Vorhand des Österreichers – 9:9. Dann 10:9 – erster Matchball, Championship Ball! Aber die Versuchung war zu groß – nach einem hohen Verteidigungsball zog Schlager voll durch – direkt ins Netz. Bei diesem Stand spielte der Niederösterreicher aber den vielleicht besten Ball des Spieles. Nachdem der Koreaner in die Offensive kam, knallte er ihm seinen Topspin direkt an der Platte mit einem „Gegentops“ um die Ohren … zweiter Matchball! Und diesmal passierte es. Ein Gegentopspin des Koreaners segelte in Out, Schlager blickte ungläubig, der Schläger fiel ihm aus der Hand – Weltmeister!!! Alle Dämme brachen.

Und zum Drüberstreuen der Vorstoß von Rang sechs auf Platz eins in der Weltrangliste. Aber auch auf nationaler Ebene wurde der Erfolg entsprechend gewürdigt – vor Ski-Weltcup-Gesamtsieger Stephan Eberharter wurde er zu Österreichs Sportler des Jahres 2003 gewählt!

Programmhinweis im ORF Sport+ am Montag um 20:15 Uhr:

https://tvthek.orf.at/live/Schaetze-aus-dem-ORF-Archiv-Tischtennis-WM-2003-Finale-Herren-Einzel-Schlager-Se-Hyuk/14067679

Geplante Termine:

5.-6.9. Österreichischer Cup und Bundesliga Opening (wahrscheinlich in Salzburg)
15.-20.9. EM in Warschau/Pol.
27.9.-4.10. Mannschafts-Weltmeisterschaften in Busan/Korea
7.-11.10. Champions League Qualifikation
13.10. EM-Phase 1
23.-25.10. Frauen-Weltcup in Bangkok/Thailand
10.-15.11. Platin Tour, bet-at-home.com Austrian Open by Liebherr in Linz
17.11. EM-Phase 1
28.-29.11. Nachwuchs Superliga in Stockerau
7.12. Generali Austria Top 12 in Fürstenfeld (St)
8.12. EM-Phase 1
11.-13.12. Senioren-ÖMS in Baden

 

Foto by ÖTTV: Werner Schlager


Schlagers WM-Triumph heute im ORF

24.05.2020 23:46

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