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Donaupokal weiblich

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Einen umfangreichen Bericht von Thomas Feilmayr unter

Mit berechtigten Ambitionen reiste das österreichische Team (Sonja Polcanova, Melanie Luginger, Valerie Tischler, Ines Diendorfer, Karoline Mischek und Sandra Fuchs; betreut von Liu Yan Jun, Thomas Feilmayr und Andrzej Baranowski) zum diesjährigen Donaupokal nach Budapest; denn insbesondere in den Individualbewerben U21 und U15 durfte man sich doch einiges erwarten.

Damit ein Turnier aber überhaupt erst erfolgreich sein kann, muss in erster Linie der Teamgeist passen - und diese Einsicht hat sich glücklicherweise spätestens seit der Heim-EM bei den Mädchen vollends durchgesetzt, so war die Stimmung bereits auf der Hinfahrt ausgezeichnet, sowohl zwischen Spielerinnen und Betreuern als auch bei den Mädchen selbst.

Am Samstag standen zunächst die Teambewerbe am Programm.  In der Altersklasse U21 lag das Niveau allgemein gesehen sehr eng beisammen, wobei Österreich (betreut von Liu Yan Jun) mit Sonja Polcanova doch die herausragende Spielerin in den eigenen Reihen hatte. Und in der Tat, Sonja zeigte sich - nach krankheitsbedingter Spielpause - wieder von ihrer besten Seite und blieb in ihren Einzeln ohne Niederlage, auch gegen die zweitstärkste Spielerin des Turniers aus der Slowakei (betreut von der in Österreich nicht unbekannten Valentina Popova) hatte sie nur wenig Mühe. Leider nicht so gut erging es Mannschaftskollegin Melanie Luginger. Sie zeigte zwar spielerisch und kämpferisch eine durchaus ansprechende Leistung, war aber in den entscheidenden Situationen nicht von Glück verfolgt und blieb leider ohne Erfolg. Da das Doppel im gesamten Turnier nie wirklich harmonierte, gingen im Endeffekt alle drei Begegnungen (Ungarn 1, Ungarn 2 und der Slowakei) mit 2:3 verloren, was den - vorübergehend - enttäuschenden  4. und letzten Platz bedeutete.

Das sollte es aber - man lese und staune - mit den Enttäuschungen dann auch schon wieder gewesen sein!

Denn schon die von Thomas Feilmayr betreuten U18-Mädchen (Valerie Tischler und Ines Diendorfer), die eigentlich als klare Außenseiterinnen in das Turnier gegangen waren, konnten bald ein großes Ausrufezeichen setzen. Zwar ging die Auftaktpartie gegen die Slowakei noch mit 0:3 verloren, allerdings zeigten die Mädchen (besonders Valerie, die in ihrem Einzel leider einen Matchball vergab) bereits großen Einsatz und Spielfreunde. Das blieb in weiterer Folge nicht unbelohnt: Im Match gegen die zweite Mannschaft von Gastgeber Ungarn gelang zunächst Ines die große Sensation, in dem sie gegen die spätere Zweitplatzierte des folgenden Einzelturniers mit einer taktischen Meisterleistung einen 0-2 Satzrückstand  noch drehen und das Match tatsächlich gewinnen konnte, zur Begeisterung der österreichischen Bank. Davon ließ sich nun auch Valerie anstecken, die ihre Gegnerin keine Atemluft ließ, herausragend spielte und so eine 2-0 Führung herstellte. Das Doppel der beiden ist dagegen noch "ausbaufähig", und nach einer knappen Niederlage von Valerie stand es 2-2. Nur war wieder Ines gefordert, doch sie lag bald 0:1 und 5:7 zurück. Nach einem Timeout zeigte sie aber erneut eine kämpferische Topleistung, schaffte ein zweites Mal eine Wende und brachte Österreich einen gänzlich unerwarteten Mannschaftserfolg. Der wurde auch durch das abschließende 0:3 gegen Ungarns "Einser" (mit den beiden stärksten Spielerinnen des Landes) geschmälert, denn immerhin gelangen Ines und dem Doppel zwei schöne Satzgewinne gegen wesentlich bessere Gegnerinnen.

Die sprichwörtlichen Kohlen aus dem Feuer holten dann endgültig die beiden U15-Spielerinnen Karoline Mischek und Sandra Fuchs mit Coach Andrzej Baranowski. Die Ausgangslage gestaltete sich hier, ähnlich wie in der U21, als sehr ausgeglichen, ein klarer Favorit auf den Mannschaftserfolg schien nicht auszumachen zu sein, wobei Karoline aufgrund ihres technischen Entwicklungsstandes doch in gewisser Weise hervorstach. Und das sollte sich schließlich auch in den Ergebnissen widerspiegeln. Genauso wie Sonja blieb sie über die gesamten Mannschaftsbewerbe ohne Niederlage und musste dabei in keiner einzigen Partie in den Entscheidungssatz gehen - eine absolut einwandfreie und bewundernswerte Leistung. Doch zum mannschaftlichen Erfolg gehören immer mehrere, und so lag es gleichfalls auch an Sandra Fuchs, für Österreich entscheidende Punkte zu holen. Und diese Aufgabe konnte sie zweimal ganz hervorragend lösen: Einerseits zum Auftakt gegen die Slowakei, als sie beim Stand von 2:2 die Nerven behielt und einen relativ sicheren 3:1-Einzelerfolg feierte, und andererseits im Spiel um den Turniersieg gegen das ungarische Spitzenteam - indem sie mit einer ihrer besten Leistungen des Jahres im Auftakteinzel gegen die gegnerische Nr.1 klar gewinnen und so bereits eine vorzeitige Entscheidung herbeiführen konnte. Nachdem Karoline wie schon oben erwähnt ohne Niederlage blieb, war das gleichbedeutend mit dem mannschaftlichen Titelgewinn in der Altersklasse U15.

Doch das sollte es noch nicht gewesen sein .Klarerweise befanden sich Sonja und Karoline mit ihren weißen Westen in der übergroßen Favoritenrolle für den sonntäglichen Einzelbewerb, doch sich diese Rolle erarbeiten ist das Eine, die Umsetzung dann das andere.

Zunächst aber zu den "Anderen": Sandra´ s Gesundheitszustand wurde von Samstag auf Sonntag leider etwas schlechter, was sich leider auch auf die Motivation niederschlug - ein Spielgewinn war ihr in ihrer Vorrundengruppe nicht vergönnt. Ines und Valerie konnten sich spielerisch von einem bereits guten Level ausgehend noch einmal steigern; Ines konnte gegen die spätere Vorrunden-Gruppensiegerin einen überraschenden 3-1 Erfolg landen, musste sich daneben leider 2x im Entscheidungssatz geschlagen geben; Valerie erkämpfte sich gegen die übermächtige spätere Turniersiegerin, gegen die sie in der Mannschaft noch chancenlos 0:3 verloren hatte, zumindest einen 5.Durchgang. Im Endeffekt reichte es aber für beide nicht für einen Platz unter den ersten zwei und damit zum Aufstieg. Erfreulich vielmehr war das Abschneiden von Melanie, die gleich zu Beginn doch ihren ersehnten Einzelerfolg feiern konnte - was aufgrund des Fehlens der vierten Spielerin in ihrer Gruppe auch gleichbedeutend mit dem Einzug ins Halbfinale war.

Über Sonja und Karoline gibt es nur Eines zu sagen: Aufgabe mit Bravour gemeistert! Sonja musste zwar einmal gegen die starke Slowakin Jurcova über 5 Sätze gehen, war sonst aber ungefährdet. Karoline hatte es noch eiliger und meistere ihre Gruppe gar ohne Satzverlust.

Das U21-Halbfinale brachte dann das Aufeinandertreffen von Sonja und Melanie. Dabei war der Erfolg der Favoritin Sonja zwar nie wirklich gefährdet, sehr schön anzusehen war aber das durchaus befreite Aufspielen von Melanie, die sich zumindest den 2.Satz verdient erspielen konnte. Karoline hatte dagegen in ihrem Halbfinale deutlich mehr zu kämpfen und musste über die volle Distanz gehen, doch zeigte sie in der Entscheidung Nervenstärke und blieb im 5.Satz ungefährdet.

Somit standen also Sonja und Karoline beide quasi "programmgemäß" in ihren Finals, und - aus österreichischer Sicht mehr als erfreulich - es sollte sich von der Papierform ausgehend auch dort nichts ändern. Karoline blieb wie schon oftmals zuvor bei diesem Turnier ohne Satzverlust und kürte sich damit zur erfolgreichsten U15-Spielerin, und mit ihr zog dann wenige Minuten später auch Sonja gleich, womit erstmals in der Geschichte des Donaupokals zwei österreichische Einzelerfolge zustande kamen.

Doch - da war ja noch was. Im Spiel um Platz 3 bei den Juniorinnen spielte nun Melanie ganz groß auf und bezwang die ungarische Nr.1, gegen die sie zuvor in Mannschaft und Vorrundengruppe beide Male verloren hatte, hochverdient mit 3:1.

Ein schöner Ausklang, könnte man meinen, aber nicht nur schön, sondern auch verdammt wichtig! Denn jetzt war Rechnen angesagt - Der Gesamtsieger des Donaupokals ergibt sich aus der Summe der Erfolge in Mannschaft und Einzel. Nach einigen Augenblicken des Wartens kam der Turnierleiter auf die etwas ungläubig wirkende österreichische Abordnung zu: "You won the tournament!".

Seit Beginn des Donaupokals - und das sind jetzt schon einige Jahrzehnte - hatte es noch keinen österreichischen Gesamtsieg bei den Mädchen gegeben! Ein wirklich schöner Erfolg und gleichzeitig auch Beweis dafür, was Teamgeist und mannschaftlicher Zusammenhalt bewirken können. Nur weiter so!

Thomas Feilmayr


Donaupokal weiblich

04.10.2012 11:02

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