zum Inhaltsbereich springen.

zur Hauptnavigation springen.

zur Subnavigation springen.

zum Standort springen.

Link zur Startseite vom ÖTTV.

Webseite nach Text durchsuchen

ihr Standort auf der Webseite

Sie befinden sich hier: Home. Theorie & Praxis. Trainingstipps. Mentale Trainingsformen im Leistungssport (Teil 1).

Bereich Infonavigation

Bereich Hauptnavigation

Spezialbereich National - International

Hauptbereich der Websiteinhalte

. zurück

Mentale Trainingsformen im Leistungssport (Teil 1)

Vorstartzustand

Um einen Wettkampf optimal zu beginnen, ist die Vorbereitung, die Einstimmung oder eben der Vorstartzustand von zentraler Bedeutung. Bei den einen Athletinnen und Athleten beginnt diese Vorbereitung unmittelbar vor dem Wettkampf, bei andern Stunden oder Tage vorher. Deshalb ist es wichtig, dass man möglichst genau weiss, welche Gedanken und Handlungen für sich selber leistungsfördernd sind, wie die Körperwahrnehmung, sein soll, welches das optimale Erregungsniveau ist usw.

Der optimale (auch: ideale) Leistungszustand ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • von der Sportart (ein Schütze ist eher ruhig und eng auf sich oder auf die Scheibe fokussiert; eine Fussballerin ist aktiv und nimmt das spielerische Umfeld aufmerksam war)
  • von individuellen Vorlieben (die einen freuen sich auf einen Wettkampf, sind locker und machen Spässe, andere schirmen sich von der Konkurrenz ab und konzentrieren sich auf sich selbst oder auf die zu lösende Aufgabe, wieder andere suchen das Gespräch mit der Trainerin oder den Teamkollegen usw.)
  • vom Umfeld (Wetterverhältnisse, Pressetermine, Publikum, Hotel usw.)

Wer seinen Vorstartzustand im Griff hat, d.h., ihn mit mentalen Trainingsformen beeinflussen kann, startet mit besseren Karten in einen Wettkampf als Athleten, die ihren Vorstartzustand dem Zufall überlassen.

«Wer den Vorstartzustand dem Zufall überlässt, spielt russisches Roulette mit seinem Leistungspotenzial.» (Rinaldo Manferdini)

Wettkampf

Sportliche Leistungsvergleiche stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an Athletinnen und Athleten: Wettkämpfe können von sehr kurzer Dauer sein (z. B. ein 100-m-Sprint in der Leichtathletik), sie können sich aber auch über mehrere Tage erstrecken (beispielsweise eine Handball-Europameisterschaft). Einzelne Sportlerinnen und Sportler werden koordinativ gefordert oder müssen an ihre Ausdauer-Leistungsgrenze gehen, andere fühlen sich emotional belastet, bei anderen gerät das Selbstvertrauen ins Wanken. Immer wieder entstehen kritische oder unerwartete Situationen, die gemeistert werden müssen. Zum Bewältigen dieser Anforderungen werden sehr unterschiedliche Techniken angewendet. Diese mentalen Trainingsformen richten sich nach den individuellen Ansprüchen der Sportlerinnen und Sportler, aber auch nach den Besonderheiten der jeweiligen Sportart.

«Über schlechte Schüsse sollen Sie sich nicht ärgern und über gute nicht freuen. (...) Sie müssen lernen, in gelockertem Gleichmut darüber zu stehen, sich also so zu freuen, wie wenn ein anderer und nicht Sie gut geschossen hätte.»
(Meister Awa, Zen-Meister)

Erwartungen

Nicht selten sind es die Athletinnen und Athleten selber, die sich mit (zu) hohen eigenen Erwartungen leistungsmässig blockieren. Ein typisches Beispiel dafür sind die so genannten Trainingsweltmeister, also Sportler, die zwar seriös trainieren, ihre Trainingsleistungen aber im Wettkampf nicht entsprechend umsetzen können. Weil sie es im Wettkampf besonders gut machen wollen, werden sie nervös oder verspannen sich. Die Folge davon ist, dass das Körpergefühl nicht stimmt, das Wechselspiel von Spannen und Lösen nicht optimal funktioniert oder die Sportler auf das Falsche konzentriert sind.

Dem lässt sich entgegenwirken, indem realistische eigene Erwartungen entwickelt werden und die Athletinnen mit Erwartungen von andern Personen wie Mitspielerinnen, Trainern, Eltern, Sponsoren, Funktionärinnen, Fan-Club, Presse umgehen lernen.

Führen Erwartungen zu Leistungsblockaden, muss in der Regel der Fokus verändert werden, und zwar von resultatfixierten Erwartungen (z. B. Podestplatz) zu technisch und/oder verhaltensorientierten Erwartungen (z. B. im Skilanglauf: Konzentration auf einen kräftigen Abstoss, eine hohe Kadenz oder das Lockersein am Start bei gleichzeitiger Bereitschaft, alles zu geben). Das zeigt auch die Abhängigkeit der Erwartungen von den gesetzten Zielen (vgl. das Kapitel Zielsetzungen).

«Exzellent wird, wer total bei der Sache ist, wer sich in seine Aufgabe hineinkniet, ohne auf Anreize wie Belohnung oder Lob zu warten.»
(Reinhard K. Sprenger)

Literaturangabe

MANFERDINI, Rinaldo et al.: Mentaltraining - Mentale Trainingsformen im Leistungssport; Magglingen/Macolin; S. 4f

zurück