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Mentale Trainingsformen im Leistungssport (Teil 2)

Zielsetzungen

Das Setzen von leistungsfördernden Zielen gehört zur sportpsychologischen Beratung von Athleten und Trainern. Denn genau so wie richtige Zielsetzungen sportliche Handlungen unterstützen, verhindern falsche Zielsetzungen gute Leistungen. Deshalb kann es vorkommen, dass eine Athletin, die beispielsweise ein Rennen unbedingt gewinnen will, sich verkrampft, weil sie sich zu sehr auf das Resultat statt auf die sportliche Handlung konzentriert.

Siegen-Wollen kann so zu Siegen-Müssen führen, was sehr belastend sein kann. Als motivierend und leistungsfördernd bezeichnen Sportlerinnen und Sportler das Anwenden so genannter Mehrfachziel-Strategien. Man unterscheidet zum einen Minimal-, Normal- und

Optimalziele und zum andern Leistungs-, Verhaltens- und Technikziele. Darunter wird Folgendes verstanden: Minimalziele sind Ziele, die auch dann erreicht werden können, wenn einiges schief gelaufen ist. Normalziele sollten erreicht werden, wenn nicht deutliche Erschwernisse eintreten. Optimalziele lassen sich verwirklichen, wenn der Wettkampf in den meisten Bereichen überdurchschnittlich gut verläuft und vielleicht auch noch ein Quäntchen

Glück mitspielt. Solche Zielsetzungen ermöglichen es den Athletinnen und Athleten, auch unter schwierigen Bedingungen zu Erfolgserlebnissen zu kommen, was sich positiv auf die Motivation auswirkt. Leistungsziele unterstützen das Aufzeigen von Fortschritten, bauen das Selbstvertrauen auf und helfen Wettkampfsituationen simulieren. Verhaltensziele führen unter anderem dazu, Emotionen zu kontrollieren, und Technikziele lenken die Konzentration auf die sportliche Handlung.

Finden Sportlerinnen und Sportler eine ausgeglichene Balance zwischen diesen verschiedenen Typen von Zielsetzungen, kann dies sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig entscheidend zum Erfolg beitragen. Beachten Sie beim Setzen von Zielen folgende Punkte:

  1. Bestimmen Sie Ihre Minimal-, Normal und Optimalziele
  2. Wählen Sie zudem die für Sie wichtigen, situativ angepassten Leistungs-, Verhaltens- und Technikziele
  3. Halten Sie Ihre Ziele schriftlich fest
  4. Formulieren Sie Ziele immer positiv und in der Gegenwartsform
  5. Verwenden Sie den eigenen Namen oder die «Ich-Form»
  6. Beziehen Sie das Ziel ganz konkret auf eine Sache
  7. Nur Sie selbst können das Ziel aufrechterhalten (es ist von anderen Personen unabhängig)
  8. Das Ziel muss realisierbar sein
  9. Die Zielsetzung soll auf Ihr eigenes Verhalten abgestimmt sein

«Ich versuche nie, ein Turnier zu gewinnen. Ich versuche auch nie, einen Satz oder ein Spiel zu gewinnen. Ich will nur diesen Punkt gewinnen.» (Pete Sampras)

Störfaktoren

Wer kennt nicht verschiedenste unliebsame Begleiterscheinungen vor oder während Wettkämpfen: Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Durchfall, Übelkeit, Verspannungen, Motivationsprobleme, Müdigkeit, Nervenflattern - die Liste könnte beliebig verlängert werden. Grundsätzlich können Störfaktoren, von ihrer Herkunft herrührend, in drei Bereiche gegliedert werden:

  1. die Athletin, der Athlet selbst (z. B. Wettkampf-Angst, negative Selbstgespräche, falsche Zielsetzungen, geringes Selbstvertrauen)
  2. andere Personen (wie Gegner, Trainer, Funktionäre, Eltern, Schiedsrichter oder Schiedsrichterentscheide usw.)
  3. das Umfeld (z. B. Witterung, Material, Örtlichkeiten, Streckenänderungen usw.)

Je nach Art des Störfaktors liegt das Ziel einer Intervention darin,

  • den Störfaktor zu verringern oder zu eliminieren (z. B. Selbstvertrauen aufbauen, Material verbessern),
  • die subjektive Bewertung der Faktoren zu verändern (z. B. schlechte Wetterverhältnisse/falsche Schiedsrichterentscheide akzeptieren) oder
  • die Symptome, die als Folge der Störfaktoren auftreten, direkt zu verringern (z. B. Entspannungs- oder Aktivierungsübungen).

Fühlt sich eine Athletin aufgrund eines Störfaktors in ihrer Leistungsrealisierung oder ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt, könnte eine Intervention - meistens ein Beratungsgespräch - wie folgt ablaufen:

Situation analysieren, Lösungsmöglichkeiten diskutieren, Lösungsweg bestimmen, mentales Trainingsprogramm festlegen. Anschließend trainiert die Athletin das neue Verhalten oder die neue Sichtweise in Ruhe (ohne Störungen und Belastungen), bevor es zur Anwendung im Training und später im Wettkampf kommt. Gemeinsam mit dem Sportpsychologen und der Trainerin wird danach die Wirksamkeit kontrolliert. Je nach Erfolg können die Maßnahmen beibehalten oder angepasst werden.

«Das Leben ist schön, wenn man nicht denkt. Und man denkt ja nur, wenn man in einer Flaute sitzt.» (Max Frisch)

Literaturangabe

MANFERDINI, Rinaldo et al.: Mentaltraining - Mentale Trainingsformen im Leistungssport; Magglingen/Macolin; S. 5f.

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