„Jedes Match ist ein tolles Erlebnis!“
Den China-Smash im Rückspiegel, starten Sofia Polcanova und Co. die finale Vorbereitung auf die Liebherr Tischtennis Europameisterschaften, die kommenden Dienstag starten und für die zweifache Titelverteidigerin trotz hoher Erwartungen zum Genussprojekt werden sollen.

Sofia, du hast in Peking mit dem mit zwei Millionen Dollar dotierten China Smash dein erstes Turnier nach den Olympischen Spielen im vergangenen August gespielt - wie lautet dein Fazit, was hast du an positiven Erkenntnissen mit nach Hause nehmen können?
„Ich hatte gleich in der ersten Runde mit der Japanerin Kihara eine sehr starke Gegnerin, war die ganze Zeit hinten, habe das Match aber am Ende mit viel Kampfgeist zu meinen Gunsten entscheiden können. Auch in der zweiten Runde habe ich gutes Tischtennis gespielt, die Chinesin war sehr gut und an diesem Tag besser. Auch wenn es das Ergebnis nicht ganz wieder spiegelt, sind mein Trainer und ich mit der Leistung zufrieden. Mit dem Rücken, der mir zuletzt doch ziemliche Probleme bereitet hat, war so weit auch alles okay.“
Du wirst dich nach deiner Rückkehr in Linz mit dem Nationalteam auf die Titelkämpfe vorbereiten, worauf legst du in den letzten Tagen vor der EM besonders wert?
„Zunächst habe ich mir eine kleine Pause gegönnt, um die Akkus wieder aufzuladen, die letzte Woche war doch sehr anstrengend. Seit Montag läuft die finale Vorbereitung, es gilt Spannung aufzubauen und noch möglichst viel Trainingsmatches zu spielen, auch im Doppel und Mixed. Wenn Bernadette und Robert in Linz sind, werden wir die letzten Tage nutzen, um gemeinsam zu trainieren. Man hat in China gemerkt, dass wir schon längere Zeit nicht mehr miteinander gespielt haben, da wartet noch Arbeit auf uns.“
Du startest als zweifache Titelverteidigerin in dein Heimspiel, hast bei den Olympischen Spielen mit Rang fünf voll abgeliefert. Wie siehst du deine Chancen in Linz und wie groß ist die Vorfreude vor den eigenen Fans ein EM-Turnier zu bestreiten?
„Dass ich als zweifache Titelverteidigerin ins Turnier starte, gibt mir zusätzlich Motivation. Ich empfinde das nicht als Druck, denn das, was ich in München gewonnen habe, kann mir oder Österreich keiner wegnehmen. Ich bin eher der introvertierte Typ, für mich ist es eine Herausforderung vor vielen Zuschauern zu spielen, aber wenn es die eigenen Fans sind, ist es etwas anderes. Ich freue mich riesig darauf, dass die EM in Linz gespielt wird, ist einfach supercool. Auch wenn die Erwartungen von außen hoch sind, möchte ich das unbedingt genießen. Eine Sportlerkarriere ist kurz, jedes Match zählt und jedes Match ist ein tolles Erlebnis.“
Für die Titelkämpfe in der Linzer TipsArena sind knapp 50 Journalist:innen aus ganz Europa akkreditiert, beflügelt dieses große Medieninteresse zusätzlich?
„Es ist natürlich cool, dass Tischtennis und Österreich so im Mittelpunkt stehen, aber persönlich bedeutet mir das nicht wirklich etwas. Ich muss mich auf mich und meine Sachen konzentrieren, das was rundherum passiert soll mich nicht beeinflussen."


