MÜNCHNER STERNSTUNDEN
Mit dem bevorstehenden Heimspiel in der Linzer TipsArena werden zwangsläufig Erinnerungen an die magischen Momente von München geweckt. Vor zwei Jahren jubelten die heimischen Asse in der bayrischen Metropole über gleich vier EM-Medaillen, davon zwei aus Gold.

Es sind speziell die Sternstunden von Sofia Polcanova, die nach wie vor großen Wiedererkennungswert haben und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Erst der grenzenlose Jubel „Sonjas“ nach dem 3:0-Erfolg im Doppel-Endspiel mit Bernadette Szócs gegen die rumänische Paarung Elizabeta Samara/Andreea Dragoman, dann das brutal emotionale Einzelfinale, das beim Stand von 2:0 nach der verletzungsbedingten Aufgabe der Deutschen Nina Mittelham zu Gunsten der Linzerin entschieden wurde. Polcanova durchlief ein Wechselbad der Gefühle, litt mit ihrer Kontrahentin mit und konnte sich nicht recht freuen. Erst im Rahmen der Siegerehrung und nach ein wenig Abstand kehrte das Strahlen zurück. Ihre dritte Medaille gewann Polcanova an der Seite von Robert Gardos, das heimische Duo holte im Mixed Bronze. Dabei wäre nach starken Vorstellungen, die ÖTTV-Paarung eliminierte unter anderem im Achtelfinale die deutschen Titelverteidiger Nina Mittelham/Qiu Dang, sogar mehr drinnen gewesen. Im Halbfinale lag das heimische Duo bereits mit 2:0 in Führung, dann folgte ein fulminanter Konter von Szócs/Ionescu (ROU), dem die Österreicher nichts mehr entgegensetzen konnten.
Erfolgreiche Konstante
Im Doppel der Herren gelang dem ÖTTV-Team dank Robert Gardos und Daniel Habesohn der vierte Streich. Österreichs Parade-Doppel holte in München nach zweimal Gold und zweimal Silber ihre fünfte EM-Medaille. Die Routiniers zeigten im Endspiel gegen die topgesetzten Schweden Mattias Falck/Kristian Karlsson enorm viel Kampfgeist, gewannen den Eröffnungssatz nach 8:10-Rückstand mit 12:10. Dann legten die Weltmeister einen Gang zu, dominierten den zweiten und dritten Heat. Mit dem Rücken zur Wand wehrten Gardos/Habesohn vier Matchbälle ab, mussten sich am Ende mit 11:13 geschlagen geben. Mit vier Medaillen war Österreich in München die erfolgreichste Nation. Der Galaauftritt der heimischen Akteure wurde auch mit der Vergabe der EM 2024 nach Linz belohnt.
Angeführt von Polcanova und dem Weltklasse-Doppel Gardos/Habesohn, drängt ab 15. Oktober ein elfköpfiges ÖTTV-Aufgebot ins Linzer Rampenlicht. Darunter mit Nina Skerbinz (14), Elina Fuchs (15), Anastasia Sterner (19), Julian Rzihauschek (15), Liu Zhenlong (19), und Maciej Kolodziejczyk (23) gleich sechs EM-Debütant:innen.


