Die Eroberung Chinas
Werner Schlager ist nach wie vor der letzte Weltmeister, der nicht aus China stammt. Die Sternstunde des Niederösterreichers jährt sich kommende Woche zum 20. Mal.

Am 25. Mai 2003 schrieb der damals 31-jährige Wiener Neustädter Sportgeschichte. Schlager kürte sich im Palais Omnisport in Paris-Bercy als zweiter Österreicher nach Richard Bergmann (1937) zum Einzel-Weltmeister. In der Runde der letzten Acht räumte er erst den chinesischen Titelverteidiger Wang Liqin und im Anschluss dessen Landsmann, Olympiasieger Kong Linghui, mit hochklassigem Tischtennis und starken Nerven aus dem Weg. Im Finale bezwang der Niederösterreicher schließlich den Südkoreaner Joo Se-hyuk, ein Sieg, der ihm zum Sprung an die Spitze der Weltrangliste verhalf. Im selben Jahr wurde Schlager zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt. Zudem wurde sein sporthistorischer Meilenstein mit einer eigenen Briefmarke gewürdigt. Eine Ehre, die in der Regel Staatsoberhäuptern zu Teil wird. Apropos Ehre: In China, wo Tischtennis als Volkssport gelebt wird, wurde ihm buchstäblich der rote Teppich ausgerollt, noch heute gilt Werner Schlager im Reich der Mitte als Idol und große Nummer.



