Happy Birthday
Der burgenländische Tischtennisverband feierte seinen 75. Geburtstag mit einem Nachwuchsturnier und prominenten Gratulanten in Neusiedl am See. Während eines VIP-Turniers im Authaus Ermler rief sich Präsident Helmut Jäger einige Meilensteine in Erinnerung.

Als absolutes Highlight der Geschichte drängt sich freilich der Europacup-Titel des TTV Hornstein in der Saison 1998/99 um die Weltklassespieler Werner Schlager, Kalinikos Kreanga und Chen Weixing, der Qualifikation für die Champions League und der Wahl zu Burgenlands Mannschaft des Jahres auf. Das „Wunder Hornstein“ fand jedoch kurz darauf mit dem Rückzug des Hauptsponsors ein jähes Ende.
Nachdem schon in den dreißiger Jahren im Burgenland Tischtennis gespielt worden war, wurde der BTTV am 20. Juni 1948 in Mattersburg gegründet, Gustav Stelzmüller zum ersten Präsidenten gewählt. 15 Vereine traten bei, fünf Jahre später zählte man bereits 34 Clubs. Nach regen Aktivitäten bedeutete die Flüchtlingswelle aus Ungarn 1956 mit der einhergehenden Schließung von Turnsälen eine existenzielle Krise für den Verband.
Einschneidend war das Jahr 1973, als die Verbandsgeschäfte zum neuen Präsidenten Dieter Posch zwischenzeitlich nach Oberschützen wechselten und die Jugendarbeit gefördert wurde. Posch ist Jäger als „sehr forsch“ im Umgang mit dem Nachwuchs und auch an der Platte als unangenehmer Gegner in Erinnerung. Neulings-Meisterschaften und einwöchige Jugendlehrgänge trugen Früchte, Jugendliche wie Johanna und Franz Edelhofer sorgten mit ihren Landesmeistertiteln in der allgemeinen Klasse für eine echte „Wachablöse“.
Meilensteine in der BTTV-Historie waren in der Folge die ersten nationalen Medaillen und schließlich zahlreiche österreichische Nachwuchsmeister aus dem Burgenland (Brigitte Wotruba, Werner und Harald Schlager). Vor allem in den 2000er Jahren war der weibliche Nachwuchs (Christina Fleck, Lisbeth Ebner, Liu Bo, Monika Nguyen, Monika Juric, Doris Leyrer, Victoria Ehn, Kristina Österreicher, Tina Gerhardt, Michaela Kurcsics) richtiggehend dominant, der Fokus auch die Basisarbeit und die Installierung eines Leistungszentrums machten sich bezahlt. Bernhard Bauer/Alexander Rabitz holten 2001 ebenso einen Nachwuchstitel. 1997 ging im Damen-Doppel mit Judit Herczig erstmals ein österreichischer Titel in der allgemeinen Klasse ins Burgenland, Werner Schlager, Christina Fleck/Kateryna Wolf sowie Dominik und Mathias Habesohn zogen nach.
Neben Hornstein (Staatsliga-Sieger 1998 und 1999, Superliga-Sieger 1999, Europacup-Sieger 1999, Staatsliga-Cup-Sieger 1997) etablierten sich auch Oberwart, Pinkafeld (Damen-Staatsliga-Titel 1998), Halbturn, Neusiedl, Oberpullendorf und Wimpassing in den Bundesligen. Die Vorreiterrolle hatte 1981 bis 1983 der USC Kirchschlag in der Staatsliga B bzw. bereits in der vierziger Jahren Breitenbrunn bei den Damen (Staatsliga-Sieger 1949 und 1950) übernommen.
Aktuell kämpft der Verband laut Jäger mit Überalterung und infrastrukturellen Problemen in einem an sich kleinen, aber flächenmäßig langgezogenen Land. Mit Andre Pierre Kases und Elina Fuchs, die jeweils bereits dreifache österreichische Nachwuchs-Meister sind, verfügt das Burgenland über zwei vielversprechende Aushängeschilder.
GRATULANTEN IN SPIELLAUNE
Aprops Aushängeschilder und Talent: im Rahmen der Feierlichkeiten lud das tischtennisbegeisterte Autohaus Ermler kurzerhand zu einem VIP-Turnier nach Neusiedl am See, wo neben Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister, der mehrfachen Kickbox Welt- und Europameisterin Nicole Trimmel, Andereas Geritzer, Segel-Olympia-Zweiter von Athen, Extremsportler Michael Strasser, oder Sport-Austria-Geschäftsführer Gerd Bischofter neben ihrem Ballgefühl auch ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen konnten. Unter den Zaungästen und weiteren Gratulanten befand sich unter anderem auch Sport-Austria-Präsident Hans Niessl, der es sich nicht nehmen ließ mit ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke ein paar Bälle zu spielen und die Siegerehrung vorzunehmen.



